Zertifikate
Anders als bei Aktien oder Fondsanteilen erwirbt man mit Zertifikaten keine Anteile an Vermögenswerten sondern ausschließlich das Recht, an einer bestimmten Wertentwicklung eines "Finanzinstrumentes" bis zu einem bestimmten Zeitpunkt teilzuhaben.
Der Zertifikate-Markt ist sehr vielfältig. Dies sollen die nachgenannten Unterscheidungen verdeutlichen.
Die Basiswerte sind bei den Zertifikaten entscheidend.
Discount-Zertifikate
gewähren beim Kauf des Zertifikates einen Nachlass auf eine Aktie oder einen Index.
Steht z.B. eine Aktie bei 50 Euro dann erhält der Anleger das Zertifikat zu dieser Aktie 40 Euro. Das entspricht einem Nachlass, also Discount, von 20 Prozent. Das Zertifikat garantiert dem Käufer nun die Rückzahlung zum Aktien-Kurs am Laufzeitende. Steht die Aktie am Ende einer etwa zwei jährigen Laufzeit noch immer bei 50 Euro, heimst der Anleger den ganzen Discount, nämlich 20 Prozent als Gewinn ein. Damit die Gewinne für den Anleger nicht ausufern, hat die Bank eine Begrenzung bei 60 Euro im Zertifikat eingebaut, einen sogenannten "Cap". Nur bis zum Aktien-Kurs von 60 Euro ist der Anleger also am Gewinn beteiligt. Darüber gewinnt nur noch die Bank. Dagegen gewinnt der Anleger mit dem Discount-Zertifikat immer noch, auch wenn die Aktie verliert. Hier bis zum Kurs von 40 Euro, denn hier lag der Kaufpreis. Erst bei weiteren Kursverlusten beginnt auch für den Anleger die Verlustzone.
Bandbreiten-Zertifikate
ermöglichen einen im Vergleich zum Basiswert überproportionalen Kursgewinn, sofern sich der Kurs des Basiswertes innerhalb einer definierten Bandweite bewegt.
Dies könnte ein Index-Zertifikat sein, das etwa zwischen einem Index-Stand von 3.000 und 3.500 einen überproportionalen Gewinn ermöglicht. Der Anleger, der das Zertifikat für 30 Euro beim Index-Stand von 3.000 Punkten gekauft hat, erhält also bei 3.500 Punkten im Index nicht 35, sondern 40 Euro zurück. Steigt der Index über 3.500 Punkte, bleibt es beim Gewinnvon 40 Euro (Cap), fällt der Index unter 3.000 Punkte, verliert das Bandbreiten-Zertifikat im gleichen Maß wie der Index.
Hebel-Zertifikate
beziehen sich in der Regel auf eine Aktie oder einen Aktienindex als Basiswert. Ein n-facher Hebel bedeutet hierbei, dass der Wert des Zertifikats sich um n*10 Prozent verändert, wenn etwa der Basiswert um zehn Prozent zulegt oder fällt.
sind oft mit einer "Knock-out-Schwelle" ausgestattet, die beim Unterschreiten eines bestimmten Kurses des Basiswerts zu einem Totalverlust führt.
Endlos-Zertifikate
haben keine vorab definierte Laufzeit.
Derartige Zertifikate können also zum Beispiel als Langfristanlage wie ein Fonds eingesetzt werden, der sich an einem Index orientiert.